München - Venedig

Traumpfad München – Venedig Tag 25. Pausentag in Alleghe

Alleghe – Alleghe – km 0, hm 0, Unterkunft Sporthotel Europa

Der Tag begann grossartig! Vor dem Hotelzimmer ein Wäschekorb, darin all unsere Sachen, frisch und sauber! Das rote Bergkleid wurde auch erstmals gewaschen. Nun bin ich bereit für einen erneuten Bummel durch Alleghe. Wenn wir unseren zackigen Wandersmann-Schritt noch ein wenig verlangsamen, dann brauchen wir heute vielleicht 5 Minuten!

Es hatte gestern Abend noch fern in den Bergen geblitzt, bei uns hier kam von diesem Gewitter nur etwas Regen an, der sich über dem See ausgelassen und die Luft gereinigt hat. Ich bin schon wieder um 6 Uhr wach, die Macht der „Wanders-Gewohnheit“, kann mich dann aber doch noch bis um 8 Uhr zurück halten mit der Aufsteherei. Um kurz vor 9 sind wir beim Frühstück, das Buffet ist hinter einer Plexiglas-Wand und eine sehr nette Dame gibt einem alles was man mag auf den Teller. Das fällt uns überall stark auf, die Akzeptanz und auch Disziplin für jegliche Corona-Maßnahmen ist hier so viel höher als bei uns. Wir bekommen einen so schönen Platz außerhalb des Trubels und mit Blick auf den See.

War ich gestern noch etwas ratlos was mit diesem Tag anzufangen wäre, füllt er sich bald mühelos. Irgendwie sind noch fast 2 Wochen bis Venedig zu organisieren, ich hatte vergessen WIE viel Arbeit das war, allein alles bis hierher zu buchen. Als Fußgänger muss man noch mal anders gucken wo die Hotels genau liegen, ein bisschen mehr Komfort für 5 km außerhalb der Stadt zusätzlich an einen langen Wandertag dran sind da einfach keine Option. Ich führe Telefonate, schreibe Mails, wir ändern ein paar Kleinigkeiten an der Route, streichen den Pausentag in Belluno, fügen dafür eine weitere Hütte hinzu, so dass wir an dem Bellunotag einen sehr kurzen Abstieg haben und MIttags schon dort ankommen, so wie hier gestern in Alleghe. Das reicht uns dann, stattdessen wird der Mann noch einen Tag in Venedig einlegen, von da geht eh sein Zug zurück nach München. Und es wäre ja verrückt dort zu sein und dann nicht wenigstens einen Tag diese leere Stadt zu besichtigen, vermutlich eine „once in a lifetime“-Chance. Ich halbiere den vorletzten langen heißen 36 km Tag von San Bartolomeo nach Jesolo, so dass ich Mittags in Jesolo ankommen sollte UND ENDLICH MAL BADEN WERDE. Ob ich da dann noch einen zweiten Tag bleibe, entscheide ich spontan.

Langsam nimmt alles Form an, auch der Mann dessen ursprünglicher Plan war bis Alleghe mitzugehen, dann bis Belluno, geht jetzt bis Tarzo mit. Da gibt es ein sehr nettes Agriturismo, Le Noci, Dort werde ich zwei Tage bleiben, er eine und nach einem gemeinsamen Frühstück fährt er dann von Tarzo mit dem Bus nach Venedig (DAS GEHT AUCH?? Man MUSS GAR NICHT LAUFEN??) Er findet eine Unterkunft direkt am Markusplatz die toll aussieht und echt bezahlbar ist. Wir buchen Hotels und Züge, telefonieren und trotz diverser Änderungen, sowohl an den Tagen als auch den Etappen, ist mein geplanter Ankunftstag in Venedig unverändert, lach. Donnerstag, 13.08. Ich habe alles gebucht, außer Jesolo und Venedig. Das „trau“ ich mich noch nicht, das erscheint mir „vermessen.“ Da jetzt schon so selbstverständlich von aus zu gehen, dass ich ankomme. Und sollte ich dort ankommen, werde ich da wohl immer eine Unterkunft finden.

Wir gucken uns die nächsten Etappen an und verbringen fast den ganzen Tag auf unserem Balkon. Hatte ich gestern Abend so ein bisschen eine Unruhe, ob das jetzt nicht Zeitverschwendung ist, hier einen Tag „rumzuhängen“ können wir es heute total genießen diesen Tag komplett ohne Bewegung, nur ein paar Dinge organisieren und im Liegestuhl auf dem Balkon liegen. Und auf den See gucken! Es hat hier alles so ein bisschen „Im weißen Rössl am Wolfgangssee“-Atmosphäre!! Mitten in Italien. Und wir verhalten uns mit unserem Nixtun schon sehr italienisch! Der Mann am Balkon rechts neben uns  schält den ganzen Nachmittag Unmengen von Pistazien. Ich vermute, er hat eine Bar und stellt sie da abends geschält den Gästen zum Bier dazu. Aber er isst sie alle selbst auf. Auf dem Balkon zu unserer linken sitzen zwei ältere Herren in Unterhosen und rauchen Pfeife. Ihre Motorradkluft hängt daneben. Sie haben offensichtlich kein Outdoorkleid dabei. Da bleibt dann halt nur die Unterhose als Freizeit-Outfit.

Irgendwann bekommen wir Hunger und gehen Nachmittags in unsere Eisdiele, die die gestern plötzlich eine Pizzeria wurde! Und jetzt ist sie auf einmal eine Konditorei! Wir essen Käsekuchen und trinken einen Espresso, gehen anschließend in den Supermarkt. Ich schreibe den restlichen Nachmittag und um halb 8 Uhr essen wir heute im Hotel. Mit Blick auf dem See vom Panoramafenster aus bekommen wir das leckerste Essen seit langem.

So ein schöner Faulenzer-Tag. Ich hoffe mein Körper versteht, dass es morgen weiter geht. Zu Fuß!

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Hi, ich bin Katharina

Ein Jahr nach meinem München – Venedig Abenteuer versuche ich es erneut zu Fuß über die Alpen, diesmal „weiter drüben“. Seit 30.6.21 bin ich unterwegs von Salzburg nach Triest. 500 km, 26.000 Hm. Hier könnt ihr in Gedanken wieder mitlaufen!

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